BornheimerBürgerstiftung
"Unsere Kinder - Unsere Zukunft"
Kinder

Sie wollen Kinder stark machen

Veranstalter Michael Schindewolf und Schulleiterin Gertrud Meier mit Sponsoren

Die Bornheimer Bürgerstiftung und die Frauen Union unterstützen das Projekt „Gewaltprävention“ an der Johann-Wallraf-Schule, das auf Selbstbehauptung setzt.

Wie können sich Kinder in einer potenziell gefährlichen Situation verhalten, wenn sie alleine unterwegs sind? Mit dieser Frage beschäftigte sich das an Viertklässler gerichtete Projekt „Gewaltprävention“, das seit Januar in den drei vierten Klassen der Bornheimer Johann-Wallraf-Schule unterrichtet und jetzt abgeschlossen wurde.

Kooperationspartner war dabei der 47-jährige Diplom-Sportwissenschaftler Michael Schindewolf, der seit 1999 in den Bereichen Selbstbehauptung, Kompetenz- und Antiaggressionstraining für Kinder und Jugendliche in Kindergärten, Grund- und weiterführenden Schulen im Rhein-Sieg- Kreis tätig ist. Ziel war es, den Mädchen und Jungen beizubringen, wie sie eine Gefahrensituation deeskalieren können – auch als Vorbereitung für eventuelle Probleme auf der weiterführenden Schule, die die Kinder nach den Sommerferien besuchen werden.

Schulleiterin Gertrud Meier ist dies ein wichtiges Anliegen. Denn: „Kinder sind gerade auf dem Schulweg oft alleine unterwegs.“ Auch die geringe Polizeipräsenz in der Umgebung und die oftmals langen Wege der Streifenwagen würden nicht viel zum allgemeinen Sicherheitsgefühl beitragen.

Um dem entgegenzuwirken, arbeitete Michael Schindewolf mit den Kindern an deren Körpersprache. Diese lernten die Viertklässler vor allem durch Rollenspiele einzusetzen. Dazu schlüpften die Mädchen und Jungen abwechselnd in die Täter- und in die Opfer-Rolle. „Das hilft, die Situation besser zu verstehen“, sagt Schindewolf, denn auch Tätertypen sind nicht immer gleich.

Effektive Körpersprache

Wichtig sei es, eine effektive Körpersprache zu entwickeln und Selbstbewusstsein auszustrahlen. So kann beispielsweise die Haltung der Hände, ein aufrechter Rücken oder das Vermeiden bestimmter Gesten eine enorme Wirkung haben. Zudem rät Schindewolf, die Übersicht zu bewahren und einzuschätzen, wann es besser ist, wegzulaufen. „Der Gedanke der Deeskalation steht immer im Vordergrund, Selbstverteidigung darf nur das letzte Mittel sein“, meint Schindewolf.

Oftmals könne es schon genügen, die Umgebung auf die Situation, in der man sich befindet, aufmerksam zu machen und Menschen direkt anzusprechen. Schindewolf nennt das „eine Gang organisieren“. Öffentliches Interesse schrecke Täter ab, da man in der Gruppe oftmals stärker sei als alleine. Gerade in der Stadt oder auf dem Weg nach Hause könne man so einfach für Sicherheit sorgen. Darüber hinaus lernten die Kinder, sich selbst zu verteidigen, indem sie sich etwa mit Griffen aus dem „Schwitzkasten“ und gezielten Tritten befreiten.

Unterstützt wurde das Projekt von der Bornheimer Bürgerstiftung um den Vorsitzenden Ulrich Rehbann mit 400 Euro und der Frauen Union Bornheim mit Rita Schreiber an der Spitze, die 500 Euro beisteuerte. Der Rest der Summe wurde von den Eltern übernommen.In Zukunft will sich die Johann-Wallraf-Schule laut Leiterin Gertrud Meier auch mit neuen Formen der Gewalt wie Cybermobbing auseinandersetzen. Gemeint ist damit das Bloßstellen und Schikanieren von Opfern über E-Mail, Online-Community, Mikroblog, Chats, Fotoplattformen, Anrufe, SMS und MMS.

Ein weiterer Aspekt sei es, Kinder vor Kriminellen zu schützen, die unter einer falschen Identität Kontakt über Chats suchen. (Leonard Erll)

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